Eine Liebeserklärung

Was kann man schimpfen über diese Stadt. Über die unfreundlichen Kellner, die ständigen Absperrungen, die den Passanten zu Umwegen zwingen, und die allgegenwärtigen Polizisten, die Kälte im Winter und die Hitze im Sommer und in der Metro.

Es nervt, wenn zu Stoßzeiten in der Metro wieder einmal die dritte Rolltreppe aus unerfindlichen Gründen nicht in Betrieb ist, sie, damit sich auch ja niemand über den Willen der uniformierten Frau im Aufsichtsglaskasten hinwegsetzen kann, mit einem extra Gitter abgesperrt ist, und die Menschenmengen sich schon fast bis zum Bahnsteig stauen. Es ärgert mich, dass Fußgänger durch dunkle, nach Urin und Alkoholausdünstungen stinkende Unterführungen gehen müssen, um die Straßen zu überqueren und nicht einfach mal an der Oberfläche, aus einer Laune heraus, die Straßenseite wechseln können, weil es keine Fußgängerampeln aber dafür zuviel Verkehr gibt. Weiterlesen

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Aufstand wegen Pussy Riot

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Drei Stunden standen wir in der Mittagssonne vor dem Bezirksgericht nahe des Kiewer Bahnhofs, nach einer Stunde wurden wir dank Presseausweisen durch die erste Absperrung gelassen, dann standen wir direkt vor dem Eingang zum Gericht – etwa 100 Reporter mit Videokameras, Fotokameras, Laptops und Smartphones bewaffnet und mit einer Mission: im Gerichtssaal die Urteilsverkündung im wohl spektakulärsten Prozess Russlands dieses Jahres miterleben. Die Anhänger vor den Absperrungen, die kleinen Gruppen Orthodoxer, die eine strenge Strafe forderten und die russischen und ausländischen Journalisten, alle wollten sie Pussy Riot.

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Einen Schokoriegel in der Handtasche

So groß sind die Füße gar nicht. Stumm stehen sie da, die beiden grauen Riesen aus Stein, sie tragen das Portal eines Wohnhauses auf ihren Schultern. „Als ich klein war, da waren sie noch tiefschwarz und ich hatte schreckliche Angst vor ihnen“, sagt Elena Chizhova und lacht hell auf. Die 55-Jährige mit den wachen Augen, den kurzen braunen Haaren und dem eleganten Rock zündet sich mit ihrem rot-weiß-geblümten Feuerzeug noch eine Zigarette an, streckt den Finger aus und befiehlt: „Da geht’s lang.“ Weiterlesen

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10 Gründe, warum die Ukraine kein 2. Russland ist

Die Ukraine ist eines der wichtigsten Nachbarländer Russlands, die Mehrheit der Bevölkerung spricht neben dem Ukrainischen auch Russisch, durch die gemeinsame Geschichte der Kiewer Rus und der Sowjetunion sind die Länder verbunden, wenn auch nicht immer freundschaftlich. Die Ukraine galt als die Kornkammer der Sowjetunion, die Krim war einst ein Teil Russlands und gehört erst seit 1954 zum ukrainischen Staatsgebiet. Das ukrainische Sewastopol ist Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte. Große Unterschiede zwischen den Staaten hinsichtlich Land und Leuten gäbe es eigentlich nicht, sagten Einheimische und Leute, die schon da waren. Persönliche Reiseeindrücke dieses Sommers. Weiterlesen

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Mückenmoloch Moskau

Der Urlaub ist vorbei, ich bin zurück in Moskau und das spüre ich am ganzen Körper. Es juckt. Daran ist weder die staubige Großstadt-Sommerluft schuld, noch vermeintlich unhygienische Mitbewohner und auch nicht das schlechte Leitungswasser. Schuld daran sind die Moskauer Mücken. Weiterlesen

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„Intellektuell hat Russland heute nichts zu bieten“

Seine Mutter war Französin, sein Vater Russe. Viele Jahre hat er in den USA gelebt, seit Ende der 90er Jahre lebt er wieder in Moskau. Er spricht fließend Englisch, Französisch und Russisch, wechselt vom Interview in französischer Sprache ganz locker zu einem Telefonat auf Russisch. Ein Gespräch mit dem TV-Journalisten Wladimir Posner über die Länder, die ihn geprägt haben: Russland und Frankreich.
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Wladimir – Unterwegs am Goldenen Ring

Dank der russischen Feiertage ging es mal wieder aufs Land: nach Wladimir (sprich: Wladimir, nicht etwa Wladimir, sonst versteht die Dame am Schalter nicht, wo man eigentlich hin will und versichert einem treuherzig, einen solchen Ort kenne sie nicht). Wladimir ist eine der Städte des Goldenen Rings, der im Nordosten von Moskau liegt und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Russlands ist. Aber der Teufel steckt eben im Detail, und schon mein erster Russischlehrer in Berlin erklärte mir, es käme im Russischen besonders auf die Aussprache an. Weiterlesen

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